“Jetzt starte ich in Japan durch”

 Robert Jay wird beim KÖLNER EXPRESS von Andrea Kahlmeier interviewt
 
“Lebe deinen Traum”, sagt Robert Jay. Und das ist keine Floskel bei ihm. Seit zwei Jahrzehnten versucht der 50-Jährige als Sänger Fuß zu fassen. Mit Swing, der Musik, die er mag, die ihm liegt.
Nein, er wollte sich nicht als Schlagerfuzzi verbiegen lassen – und seine Hartnäckigkeit hat sich bezahlt gemacht. Im April wird Jay als erster deutscher Sänger auf Einladung des japanischen Superstars Shoukichi Kina am Earth Day in Tokio auftreten. Hunderttausende von Menschen besuchen Jahr für Jahr das Event, das alle wichtigen TV-Sender übertragen. Und er ist dabei. “Eigentlich hatte ich ein schönes Leben”, erinnert sich der Düsseldorfer an die 90er zurück. Damals, als er noch Robert Jansen hieß, verdiente er als Finanzberater nicht schlecht. Tolle Urlaube, alle zwei Jahre ein neues Auto, was will man mehr? Er wollte mehr. Durch Zufall lernte er einen Gesangscoach der Metropolitan Opera kennen und wusste: Ich gehöre auf die Bühne. Er nahm Gesangsunterricht: “Hättest du eher angefangen, könntest du Opernsänger werden”, schwärmte seine Gesangslehrerin. Die Freunde lachten ihn aus, aber Robert ließ sich nicht entmutigen. Er probte, er sang, er verschickte Demobänder. ” Die Resonanz war gar nicht schlecht, aber meist eben nicht das, was ich wollte. “Ein EMI-Mann versprach ihm einen Auftritt bei “Musik für Millionen”, Jay lehnte ab. Ein Produzent wollte ihn für eine neue Band auf jung gebliebenen Kultstar trimmen. Mit Irokesenschnitt, Ohrring und Kinnbärtchen. Jay lehnte ab.
Als er 40 war, hatte er einige CDs als Leadsänger von Studioformationen in seinem CD-Regal. Nichts, was ihn vom Hocker riss. Jay ging in die Offensive. Getreu nach dem Motto: ” Wenn der Prophet nicht zum Berg kommt, muss der Berg eben zum Propheten kommen”, eröffnete er in den Räumen des legendären “Cape Coast”- Club in Düsseldorf den JR Club. Hauptattraktion vor handverlesenem Publikum: Robert Jay höchstselbst. Model Pierre Blackwood, Bruder von Naomi Campbell, schrieb ihm verzückt ins Gästebuch: ” Great Club and an amazing singer”.
2007 gab er den Club auf, der auf dem Konto sicherlich als Minusgeschäft verbucht werden muss, aber dem immer noch als Finanzberater tätigen Mann dennoch die Tür zur großen, weiten Welt öffnete. Jay bekam Auftrittsangebote in Spitzenhotels, swingte im legendären Carlton-Hotel in St. Moritz, begeisterte auf Events Promis wie Hugo Egon Balder oder Magier Hans Klok. Und glücklicherweise auch den Düsseldorfer Musikproduzenten Georg Matthes: “Jay macht Musik für Erwachsene.”
Durch seine Stimme ist er in der Lage, die Menschen an ihre Liebe zur Musik zu erinnern”, staunte der alte Hase in der Branche – und wusste gleich, wo Jays Zukunft liegen könnte. “In Japan huldigt man nicht der Jugend, sondern der Qualität.” Und außerdem : Im Reich der Sinne dürfte der 1,93 Meter blonde Hüne, der Sinatra oder Stevie-Wonder-Songs eine ganz eigene Note verleiht, doch auch optisch ein Hingucker sein.
Gesagt, getan. Matthes ließ seine Kontakte spielen. Superstar Shoukichi Kina war hin und weg, lud Jay promt ein. Jetzt lernt der Düsseldorfer eifrig Japanisch. Um sich bei seinem großen Gönner bedanken zu können…